Montag, 20. Oktober 2008

Über Kühe, gesperrte Straßen und einen Dreier...

Vorletzten Samstag, den 11.10.2008, habe ich, wie fast jedes Wochenende, das Fussballspiel des Verbandsligisten VfR Schleswig gesehen. Bis zu diesem 10. Spieltag hatte der VfR nur 5 Remis und 4 Niederlagen auf dem Konto, was einen Stand von nur 5 Punkten ausmachte. Dieses Wochenende hieß der Gegner "Marner TV". Marne ist etwa 110 km von Tolk, meinem Wohnort, entfernt.



Somit saß ich insgesamt etwa 200 Minuten im Auto, um ein 90 Minuten andauerndes Fussballspiel zu schauen - witzige 200 Minuten im Auto und ein erfolgreiches Fussballspiel, wie sich herausstellte:



Unsere Tour nach Marne startete um 13.45 Uhr, voraussichtliche Ankunft laut meinem Navigationsgerät betrug 15.17 Uhr.





Die lange Fahrtzeit wollte überbrückt werde, und so wurde auf der Rückbank ein seltsames (selbst ausgedachtes?) Fussball-Memory gespielt.



Ohne besondere Ereignisse verlief die Fahrt, bis wir ca. 20 Minuten vor geplanter Ankunft an eine Kreuzung kamen. Das Navi hat uns, je näher wir dem Ziel kamen, immer öfter durch kleine Feld- und Seitenstraßen geschickt.



Bis zur oben genannten Kreuzung sind wir mal wieder einer Feldstraße gefolgt. Rechts Sackgasse, links eine Wiese und geradeaus eine Barrikade mit der Aufschrift "Straße gesperrt wegen Hochwasser" - na Klasse! Zum Glück stand in der Nähe, abseits von jeglicher Zivilisation, ein einsames Haus. Mein "Co-Pilot" stürmte los, um sich nach einem alternativen Weg zu erkundigen. Laut der netten Frau an der Tür hätten wir eine Kreuzung vorher abbiegen müssen, "dann links durch die Feldwege".





Vielen Dank liebe Frau vom alleinstehenden Haus, denn hätten wir kein Navi dabei gehabt, wären wir aus diesem Labyrinth von Traktor-Wegen nie wieder herausgekommen.





Vorbei an Kühen und einsamen Bahnübergängen ging es nach einer langen Irrfahrt an eine große, vielbefahrene Kreuzung - Zivilisation!







Es wäre fatal gewesen in diesem Labyrinth von der "befestigten" Straße abzukommen und in den Graben zu fahren. Ehe uns dort jemand gefunden hätte, wäre das Auto versteinert und wir bereits Moorleichen.

Kurz nach dieser Irrfahrt hatten wir unser Ziel erreicht, endlich.



Kurz das "Wo wir sind ist HEIMSPIEL!"-Shirt übergezogen und ab ging es, noch etwas wackelig auf den Beinen (anstrengende Autofahrt! ^^), ins Stadion des Marner TV.





Dort hatte bereits das Aufwärmprogramm beider Mannschaften begonnen.





Wir warteten gespannt auf den Anstoß.



Zu unserem Entsetzten, nichts gegen Frauen, leitete ein weiblicher Schiedsrichter das Spiel.



Das Trainerteam nahm Platz.



Bereits nach einigen Minuten bekamen wir so ein ungutes Gefühl, dass es sich um ein typisches 0:0 handelt!













Das Trainerteam war nicht überzeugt von der Leistung seiner Mannschaft - wir waren nicht vom Trainerteam überzeugt!



Wie vorhergesagt ging es mit einem 0:0-Unentschieden in die Halbzeitpause.



Nach dem Wiederanpfiff waren die Mannschaften entschlossener.





In der 69. Minute dann der Schock: Durch ein Tor des Marner TV gerieten die Schleswiger in einen 1:0-Rückstand.
Diese wurden aber förmlich aufgeweckt, drängten auf den Ausgleich.





In der 76. Minute schossen die Spieler des Marner TV nach einem Schleswiger Freistoß ein Eigentor, anschließend konnte der VfR sogar noch in Führung gehen (85. Minute) und das Spiel mit einem 1:3-Endstand für sich entscheiden (88. Minute).





Auswärtssieg - erster Sieg!
...und wir gehörten zu den wenigen VfR Schleswig-Fans, die dieses Ereignis miterlebt haben!


Auf dem Heimweg haben wir dann einen sichereren Weg eingeschlagen...weniger Feldwege, dafür mehr "richtige" Straßen!


MfG
Christoph "Yaab" Lucassen




Zitate des Tages

Einige Spieler instinktiv zur Schiedrichterin:
- "Ey Junge"
- "Herr Schiedsrichter"

Ein einheimischer Rentner über unser HEIMSIEG-Shirt, auf dessen Rückseite der Name des Spielers "Kalle" mit der Rückennummer 20 steht:
er: "Kalle...bei uns heißt so ein Bäcker."
wir: "Damit ist aber ein Spieler gemeint!"
er: "...bei uns heißt so ein Bäcker!"

Kommentare:

  1. Hachja unverkennbar gute, platte norddeutsche Natur. Tolles Bundesland :)

    Und du bekommst von mir den Preis für den längsten Blogpost dieses Jahr, herzlichen Glückwunsch ;)::D

    :) diggen Gruß

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  2. ...die bilder strecken den beitrag schön! ^^ sieht dann nach viel aus :-D

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  3. Man braucht trotzdem ne halbe Stunde um ganz nach unten zu kommen :D

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