Samstag, 29. August 2009

Kaufempfehlung: The Lost Room

Beim Stichwort "Kurzserie" werden viele sicher spontan an Steven Spielberg's Band of Brothers denken. Die zehnteilige Serie über eine amerikanische Kompanie im 2. Weltkrieg (vom D-Day bis zum erlösenden Kriegsende) gehört zu den größten Meisterwerken des Seriengeschäfts, könnte sogar fast als Film mit außergewöhnlicher Länge durchgehen. Aber auch nur fast, da besonders die letzten vier ober fünf Folgen sehr schleppend voran laufen und mit eher weniger Action versehen wurden. So moralisch inkorrekt dies nun klingen mag, aber der begeistertet Seriengucken möchte nun mal lieber durch Schusswechsel unterhalten werden, als die Trauer und das Leid der letzten Episoden zu erleben. Besonders bei einem solch heiklem Thema benötigt man einfach den gewissen Abstand durch diverse Pausen, die in Filmen nun mal nicht gegeben sind.

Die neueste Kurzserie, auf die ich vor wenigen Tagen gestoßen bin, macht dies besser - wobei das Wort "besser" in Bezug auf den 2. Weltkrieg vielleicht nicht so passend ist, daher schnell weg von dem grausamen Thema - und könnte im Gegensatz zu Band of Brothers glatt als ein Film durchgehen. Allerdings nicht nur, weil die Mysteryserie The Lost Room - Das verschwundene Zimmer mit lediglich drei Folgen á 90 Minuten bis Auflösung des Rätsels auskommt, sondern auch wegen der enormen Spannung, die stets zum mitfiebern und miträtseln verleitet.

Wie genau baut die Kurzserie diese Spannung auf?

Nun ja, es handelt sich um einen Polizisten, der zufälligerweise in Besitz eines Schlüssels gerät. Dieser Schlüssel passt in jedes Schloss, öffnet aber nicht die Tür des dazugehörigen Raumes, sondern teleportiert einen direkt in Zimmer 10 eines Motels in New Mexiko. Beim Verlassen des Zimmers kann der Besitzer des Schlüssels jede erdenkliche Tür auf diesem Planeten wählen, sodass die Reise durchs ganze Land ein Kinderspiel wird.
In Besitz des Schlüssels lebt es sich sehr gefährlich, da so ein mächtiges Objekt verständlicherweise sehr begehrenswert ist. Dem Polizisten Joe geht es aber eigentlich gar nicht um den kostbaren Schlüssel, sondern um seine Tochter (übrigens gespielt von Elle Fanning, der Schwester von Dakota Fanning), die durch einen Unfall in dem Motelzimmer verschwunden ist - sie hat sich nicht versteckt, sondern befindet sich in einer Art parallelem Universum. Eine Rettung kann nur durch den Schlüssel in Verbindung mit einem von vielen anderen mächtigen Objekten gelingen, die sich einst in dem Motelzimmer befanden und mittlerweile auf der ganzen Welt verstreut sind. Jedes Objekt hat eine andere Fähigkeit, so kann der Kamm die Zeit kurz anhalten und die Brille jedes Feuer löschen.
Von nun an beginnt für Joe die Suche nach diesen Objekten, um seine Tochter ins Hier und Jetzt zurückzuholen.



Gerade der Schlüssel macht die Serie so unglaublich spannend, da man sogar als Zuschauer ständig auf der Suche nach einer passenden Tür ist, durch die sich der Hauptcharakter zum Schutz vor den vielen Feinden ins sichere Motelzimmer begeben kann. Zudem könnte ja wirklich jedes Objekt in Joe's Umgebung eines der gesuchten Gegenstände sein...jeder Kugelschreiber und jeder Mantel könnte ein mächtiges Objekt der Begierde sein.

In Deutschland wurde The Lost Room bereits im April auf RTL II ausgestrahlt. Alle, die die Free-TV-Premiere verpasst haben und neugierig geworden sind, bestellen sich die kleine DVD-Box für etwa 25 Euro bei Amazon. Ein Kauf lohnt sich definitiv!


MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

1 Kommentar:

  1. Oh Ja! Da kann ich dir nur zustimmen echt super drei Filme!
    Vor allem extrem einfallsreich und mysteriös, ich war damals als es auf rtl2 lief echt sehr angetan davon :)

    AntwortenLöschen