Sonntag, 25. Oktober 2009

Stadionbesuche

In den letzten eineinhalb Monate habe ich es geschafft, ganze drei Fußballspiele in zwei verschiedenen Erstliga-Stadien zu besuchen. Und das, obwohl ich mich zuvor wohl als Stadionmuffel bezeichnet hätte.

Angefangen am 15. September, wo mein VfL Wolfsburg seine Champions League-Premiere gegen den russischen ZSKA Moskau gefeiert hatte. Ja, richtig, Wolfsburg...etwas über 350 Kilometer und vier Stunden Autofahrt von meinem Wohnort entfernt.
Die nächsten Spiele folgten Schlag auf Schlag. Am 14. Oktober ging es nach Hamburg in die Heimat des HSV, wo unsere deutsche Nationalmannschaft im letzten Spiel der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika auf Finnland traf. Nur genau eine Woche später zog es mich abermals nach Wolfsburg, wo das zweites Heimspiel in der Champions League gegen die Türken von Beşiktaş Istanbul auf dem Programm stand.
Drei Spiele in etwas über einem Monat, die nicht unterschiedlicher sein konnten...

Das allererste Spiel für die "Wölfe" in der Champions League - auch für mich. Ein super Spiel, gute Stimmung, geniale Sitzplätze, vier Tore und einen 3:1-Sieg gegen die Gästemannschaft aus Russland. Dreifacher Torschütze und gefeierter Held für den VfL war Grafite, der mittlerweile ja stark kriselt und aktuell sogar vom Trainer Armin Veh für eine Woche in den Zwangsurlaub nach Brasilien geschickt wurde.
Dieser Tag war einfach perfekt und musste unbedingt abgelichtet werden. Da ich nach Abpfiff zu so später Stunde keinen anderen geeigneten Fotoautomaten gefunden habe, nutzte ich auf der Rückfahrt im Landkreis Gifhorn bei 111 km/h einfach die dunkelgrüne Metallbox, die fest am Straßenrand installiert war. Aber lächeln tue ich, auch wenn die Augen um 0.08 Uhr schon etwas kleiner wurden.



Das nächste Spiel in Hamburg war mein erster Besuch eines Länderspieles, zudem sogar äußerst spontan. So war es schon ein Gänsehautgefühl, als das ganze Stadion - immerhin gute 50.000 Besucher - unsere Nationalhymne lautstark mitsang und die Namen der deutschen Startaufstellung von den Rängen brüllte.
Weniger berauschend war hingegen der Spielverlauf für unsere Deutschen...wer es Live im Fernsehen gesehen hat, weiß wovon ich spreche. Viele Fehlpässe, lange nichts Zählbares. Den Finnen gelang sogar schon in der Anfangsviertelstunde der Führungstreffer.
Wo das ganze Stadion vor dem Anpfiff noch voll hinter der deutschen Nationalmannschaft stand, kippte die Stimmung total in Pfeifkonzerte und Buh-Rufe. Die Erwartungshaltung der Fans war einfach zu groß nach dem 1:0-Coup im entscheidenen Spiel der Qualifikation gegen Russland in der Vorwoche. Immerhin gelang in der letzten Minute noch der 1:1-Ausgleichstreffer, womit Lukas Podolski für noch etwas Versöhnung und Torjubel bei den deutschen Fans sorgte.



Und erst am letzten Mittwoch war ich erneut in der Heimat der "Wölfe". Eine Stimmung im Stadion, wie ich sie in meiner noch jungen Stadion-Karriere nicht erlebt habe. Trotz offensichtlichem Hinweis auf jeder Eintrittskarte, dass keine Gästefans - außer eben im Gästefanblock - erlaubt sind, wimmelte es in meinem Block nur so von Türken in schwarz-weißen Trikots von Beşiktaş Istanbul.
Diese haben vor dem Anpfiff nicht nur die Stadionshow durch ihren nervenden Lärm zunichte gemacht, sondern pfiffen die Wolfsburger beim Aufwärmen kräftig aus. Irgendwie kam mir das ganze Spiel vor, als hätten wir für ein Auswärtsspiel in Istanbul bezahlt...aber komischerweise im eigenen Stadion. Das zünden von Bengalischem Feuer im Gästeblock (und einem oder zwei weiteren Blöcken) nach gut einer gespielten Stunde geriet so im Nachhinein sogar fast in Vergessenheit.
Um dem Lärm vielleicht einen kleinen Dämpfer zu verpassen, hätte der VfL Wolfsburg einfach eine seiner vielen guten Torchancen nutzen müssen, so blieb es aber bei einem torlosen Spiel der besseren Art.



Es steht sogar schon ein Termin für den nächsten Besuch in der Wolfsburger Volkswagen Arena: Am 8. Dezember ist der Gegner im vorerst letzten Heimspiel der Champions League-Gruppenphase kein geringerer als Manchester United. Das wird wohl MEIN Spiel des Jahres!


MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

Kommentare:

  1. Ja ja, immer diese Fotographen an den Straßen. Sind ja nur elf km/h zu viel ;) Das hält sich ja noch in Grenzen

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  2. Hey, das ist aber mal ein schönes Foto :) Richtig gut getroffen und dann hast du noch den Anweisungen folge geleistet und gelächelt...

    Wegen Manu beneide ich dich schon ein gutes Stück, aber mit meinem Bike würde ich verdammt lange unterwegs sein um ein Spiel zu sehen.

    Stimmung ist meiner Meinung nach in Deutschland eh am Besten. Was da vor, während und nach einem Spiel abgeht, dass bietet auf dem Niveau kaum eine andere Nation. Vielleicht liegt es auch nur an den sehr schönen Stadien...

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  3. hello... hapi blogging... have a nice day! just visiting here....

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  4. rettet die fankultur10. Dezember 2009 um 16:01

    1. wie kann man, wenn man kein wolfsburger ist, fan eines künstlich hochgezogenen vereins ohne jegliche fankultur werden?

    2. "Diese haben vor dem Anpfiff nicht nur die Stadionshow" - stadionshow...wenn ich das schon höre...warst du in hollywood oder beim fußball?

    3. "als hätten wir für ein Auswärtsspiel in Istanbul bezahlt...aber komischerweise im eigenen Stadion." tja, so ist das halt, wenn man (zurecht) nicht genug eigene fans zusammen bekommt.

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  5. haha, na wenn du meinst...du scheinst ja ein ganz großer fußball-kenner zu sein! bayern-fan?

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