Montag, 28. Dezember 2009

Einberufung

Keinen Satz der mich derart in Rage bringt habe ich in den letzten Tagen öfter gehört, als "Es sind ja nur neun Monate, früher waren es noch..."!

Weiter muss ich wohl nicht mehr schreiben, denn bereits jetzt hat wohl jeder verstanden, worauf ich hinaus will.
Das beste Weihnachtsgeschenk lag in diesem Jahr nicht unter dem schlicht mit roten Kugeln geschmückten Tannenbaum, sondern bereits einen Tag vor der Bescherung im Briefkasten. "Der größte Arbeitgeber Deutschlands", wie es in einer oft gespielten Radiowerbung heißt, hat mir netterweise einen neuen Job beschert. Die Bundeswehr ruft mich ab dem 06. April 2010 im glücklicherweise nur etwa 45 Kilometer entfernten Husum an der Nordsee zum Dienst.



Irgendwie wusste ich ja, dass mich ein solches Schreiben früher oder später aus dem gewohnten Alltag reißen sollte, doch realisiert man erst jetzt, was das nette Deutschland tatsächlich von einem will! Der Staat fordert - natürlich ohne jegliche Widerrede - die zeitweise Aufgabe des festen Arbeitsplatzes mit einem mittlerweile recht zufriedenstellenden Gehalt, um neun Monate für einen Hungerslohn durch Matsch zu kriechen und Steuergelder zu verschwenden. Und da soll mal jemand sagen, wir würden in einem freien Land leben.

Es sind inzwischen zwar tatsächlich nur noch neun Monate, in denen man seinen Dienst leisten muss - doch sind neun Monate immerhin auch noch neun lange Monate. Ein dreiviertel Jahr meines Lebens, in dem ich beruflich keinen Schritt nach vorne, sondern eher zwei nach hinten mache.
Selbst wenn die meisten Grundwehrdienstleistenden im Nachhinein von einer sehr schönen und lehrreichen Zeit sprechen, kann ich dem aus heutiger Sicht nur meine Abneigung aussprechen!

Frau müsste man(n) sein, denn die können sich diesbezüglich wenigstens aussuchen, wie sie ihr Leben gestalten.

Immerhin bin ich, wie oben bereits erwähnt, nur 45 Kilometer von meinem Wohnort stationiert. Ich möchte nicht wissen, was bei 450 Kilometern in mir vorginge.


MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

Kommentare:

  1. Bundeswehr ist halb so schlimm wie alle sagen. Bin ja selbst zur Zeit in dem Laden beschäftigt. Wir sollten darüber mal sprechen ^^

    Aber ich verstehe Dich wohl. Raus aus der Ausbildung und dann für ein paar Euros im Wald übernachten, ist gewöhnungsbedürftig ;)

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  2. Da hab ich irgendwie Angst vor. Nächstes Jahr liegt erstmal meine Musterung an, mal sehen, was die sagen.

    Ist das wirklich nur ein "Hungerslohn" Ich höre so oft, dass es finanziell gesehen sehr viel besser sein soll als zB beim Zivildienst.

    Liebe Grüße
    Patti

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