Sonntag, 6. Dezember 2009

Schweißtreibendes Boarden im eigenen Wohnzimmer

Die stark schwankende Qualität der mittlerweile zehnteiligen Videospielreihe des Skateprofis Tony Hawk ist mir ein Rätsel.
Bis zu Tony Hawk's Pro Skater 4 waren alle Sport-Fans von dem neuen und einzigartigen Genre begeistert, dann kam jedoch die grauenhafte Underground-Reihe. Alle neugewonnenen Fans der Serie wurden damit plötzlich so abgeschreckt, dass sie Tony Hawk's Project 8 - den mit Abstand besten Teil der Serie - wohl nicht mehr gespielt haben. Aber auch nach einem solchen Hoch ging es ganz schnell wieder auf ein sehr niedriges Niveau: In Proving Ground versuchte Neversoft das geniale Project 8 dahingehend zu verbessern, dass das Spielprinzip noch komplexer und im Umfang einfach noch größer werden sollte. Der Schuss ging allerdings gewaltig nach hinten los...durch zu viele sinnlose Neuerungen entstand wohl der schlechteste Teil!

Das müssen auch die Tony Hawk-Entwickler gemerkt haben, denn Proving Ground erhielt von den Fachzeitschriften eher mittelmäßige Bewertungen und der erst frische Konkurrent (Electronic Arts) erzielte mit Skate 2 die wunderbarsten Bestnoten. Um den Grad des Realismus von EA zu übertrumpfen, musste die Serie mit einem Skateboard-Controller für das neueste Tony Hawk Ride revolutioniert werden - Plastik-Peripherie hat ja auch schon beim genialen Guitar Hero, welches ich mir übrigens auch noch unbedingt mal zulegen muss, wunderbar funktioniert.



Ist Tony Hawk Ride ein gutes Videospiel geworden?

Auf diese Frage lässt sich nur äußerst schwer antworten. Es bringt schon viel Spaß im Wohnzimmer auf einem Plastikbrett mit ulkigen Zappeleien Tricks der großen Profis nachzuahmen.
Im leichtesten von drei Schwierigkeitsgraden muss man sich dank automatischer Steuerung nicht auf das Fahren konzentrieren, sondern kann sich voll mit den auszuführenden Tricks befassen. Ich möchte nun nicht sagen, dass dies bereits nach kurzer Zeit langweilig wird, aber nach dem ersten Durchspielen (max. 4 Stunden) will man einfach mehr...ich möchte meinen Skater auch in andere Richtungen lenken. In den Trailern sah es immer so einfach aus, doch der Anstieg des Schwierigkeitsgrades vom leichtesten Casual-Modus zum mittleren Erfahrenen-Modus ist enorm - die Lenkung ist auch für mich extrem gewöhnungsbedürftig, der selbst schon desöfteren auf einem echten Skateboard stand. Durch diese frustigen Momente fallen die beiden schwereren Modi quasi flach oder bedürfen sehr viel Übung.
Tony Hawk Ride ist in Anbetracht des hohen Preises also kurzfristig ein gutes, aber bei weitem kein überragendes Spiel geworden!



MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Artikel und ein tolles Video! Hab das Video selbstverständlich auch gleich bewertet und zu meinen "Favos" gezogen. =)

    Von Tony Hawk hatte ich nur dieses "American Wasteland". Fand ich nich so tolle... D e s w e g e n hab ich mir auch keinen weiteren Teil mehr geholt.

    Ich hab auch ein wenig Angst das mein Zimmer irgendwann mit voller Zubehör "zugemüllt" ist. Und mal ehrlich... Ich könnte mich keine 10 Minuten lang auf das Brett stellen xD . Und das alle geht doch bestimmt auf dem Rücken wenn du dich so oft bückst... oder?

    Aber eine sehr nette Idee!

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  2. Für Menschen mit Rückenprobleme ist das Spiel mit Sicherheit nicht :-)
    Wie ich habe damals den ersten und zweiten Teil auf der PlayStation One gespielt und dann ab und zu mal wieder ein auf den nachfolgenden Konsolen, doch gefallen hat mir keiner mehr so richtig.
    Liegt vielleicht auch am Alter ;-)

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