Samstag, 30. Januar 2010

Erster Eindruck: Enttäuscht

Als ich am vergangenen Mittwoch Abend die ersten technischen Daten und handfesten Informationen vom neuen iPad las, beschlich mich ein sehr komisches Gefühl. Ständig stellte ich mir die Frage, was man mit der neuesten Erfindung von Apple anstellen soll, denn es schien tatsächlich nur ein unhandlicher iPod Touch mit riesigem Display zu sein.
Nun könnte ich ohne praktische Erfahrung anfangen über das iPad zu lästern, doch überlasse ich es den unzähligen Bloggern und Twitter-Nutzern, die dieses schon vor mir ausführlichst getan haben.

Um mich weiter mit dem Thema zu beschäftigen, schaute ich mir am nächsten Abend ein kurzes Video aus dem Hause mit dem angebissenen Apfel an. Plötzlich war ich von dem Gerät begeistert - im Nu stellte sich das "will ich haben"-Gefühl ein. Aber 499 US-Dollar für die kleinste Ausführung mit 16 GB Speicher? Zwar nicht so teuer wie erwartet, aber auch wahrlich kein Schnäppchen...


Das Wechselbad der Gefühle wurde dann während des Anschauens der fast zweistündigen Apple-Keynote aus San Francisco komplettiert.
Bereits nach einer halben Stunde Laufzeit stand die unangenehme Frage im Raum, an welche Zielgruppe so ein riesiges Gerät gerichtet ist. Fast vergleichbar mit der Größe eines Net- oder Notebooks passt das iPad nicht in jede Hosentasche, also zählt auch der Mobilitäts-Pluspunkt nicht. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass man das Gerät beispielsweise auf dem Couchtisch ablegt, um bei Bedarf bequem vom Sofa seine E-Mails zu checken, ein E-Book zu lesen oder um seinen liebsten Internetseiten einen kurzen Besuch abzustatten.
Aber wie ich schon schrieb: Das iPad kostet mindestens 499 US-Dollar! Für den Preis wünsche ich mir ein Stück Hardware, welches nahezu täglich sinnvoll genutzt wird...und die Betonung liegt hier ganz eindeutig auf "sinnvoll"!

Der Tablet-Computer von Apple wäre sicher für eine breitere Käuferschicht interessant geworden, wenn sich das Team von Steve Jobs nicht an das bekannte App-System gehalten hätte. Auf dem iPhone mochte das Konzept aufgrund des kleineren Displays vielleicht super aufgehen, doch hätte ich mir für das iPad eine (gerne auch vereinfachte) Version vom großen Mac OS X gewünscht.
Immerhin wurde bereits eine speziell auf das Touch-System abgestimmte Version der Bürosoftware "iWork" angekündigt.

Bleibt abzuwarten, wie gut oder schlecht sich das Gerät nach dem Release im März verkaufen wird.

Das beste (leider sehr ernst gemeinte) Zitat der vergangenen Woche aus unserem Büro war übrigens: "Tablet-PC? Soll man damit auch Kaffee servieren können, oder was?"


MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

1 Kommentar:

  1. Mir geht es ähnlich. Ich hätte auch etwas mehr von dem iPad erwartet. Momentan sehe ich das iPad bei mir nur im Wohn- und Schlafzimmer. In meinen Gedanken hatte ich es schon für Outdoor - Aktivitäten eingeplant bzw. es als 10 Zoll Navigationssystem in meinem Auto gesehen. Ich bin auch gespannt, ob es sich auch als Lesegrät für Bücher durchsetzen wird.

    AntwortenLöschen