Montag, 8. März 2010

Das dreizehnte Abenteuer

Neben Super Mario und Tetris gehört auch Pokémon zu den Spielen, die sicher jeder Videospieler im Leben schonmal gezockt hat. Naja, jedenfalls einen der ersten Pokemon-Klassiker in Blau, Rot oder Gelb. Inzwischen gibt es ja so viele Versionen, dass selbst eingefleischte Gamer den Überblick etwas verloren habe. Wer kann denn bitte noch mit Gewissheit sagen, von welchem Teil bei den Farben Blattgrün, Smaragd, SoulSilver und Feuerrot die Rede ist?

Schlauer haben es die Entwickler von Final Fantasy angestellt, denn alle Fortsetzungen wurden mit keiner Farbe, sondern einer römischen Zahl versehen. Square Enix ahnte scheinbar bereits zur Gründungszeit der Serie, dass das Spiel noch die ein oder andere Fortsetzung bekommen würde. Und wie der Release von Final Fantasy XIII am morgigen Dienstag beweist, sollten sie Recht behalten.

Da stellt sich mir nur die Frage, wie es ein Spiel schafft, auch nach dreizehn (!) Teilen noch so gerne gekauft zu werden. Handelt es sich dabei nicht vielleicht schon um die bekannte Ausschlachtung eines populären Namens oder verbirgt sich hinter der Videospiel-Serie ein durchaus kaufenswertes Gut?



Zugeben, ich konnte Final Fantasy noch nie etwas abgewinnen. Trotz diverser Traumwertungen und einer umwerfenden Grafik lässt mich auch Teil XIII gerade wegen des rundenbasierten Kampfsystems total kalt.
Aber lasst mich anhand einer typischen Spielsituation erklären: Ich wandere mit meinem Helden also allein durch eisige Schneewüsten, unsichere Berglandschaften und den gefährlichen Dschungel. Dabei versuche ich jedem Gegner möglichst aus dem Wege zu gehen - immerhin gibt es keine nervigen Zufallskämpfe mehr - doch auch irgendwann muss man sich der Gefahr stellen. Das Kräftemessen mit einer mutantenähnlichen Bestie beginnt, zuvor wechselt das Spiel jedoch in den mich störenden Kampfbildschirm.
Nachdem ich dort in unzähligen Menüs die passenden Angriffe und Zaubersprüche für mich und meine (scheinbar plötzlich aus der Hosentasche gezauberten) Mitstreiter ausgewählt habe, geht es dem Gegner endlich an den Kragen. In der nun beginnenden Angriffsphase würde es beim kürzlich gelobten Mass Effect 2 erst richtig interessant werden, das Kampfsystem der Final Fantasy-Serie degradiert mich hingegen zum tatenlosen Zuschauer!

Ihr habt sicher bereits in einem meiner vorigen Artikel mitbekommen, dass ich von Videospielen diesen gewissen Action-Anteil verlange; die nötige Spannung mag bei mir durch das ständige Menü-Gewusel zwischen den Angriffen einfach nicht aufkommen. Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung ganz allein da, aber dass man auch interessantere bzw. interaktivere Duelle in einem recht ähnlichen Kampfsystem verpacken kann, beweist das viel zu unterschätzte Eternal Sonata von Namco Bandai.

Aber was hilft denn schon mein Gemecker? Auch in Final Fantasy XIV werden uns die gewohnt inszenierten Kämpfe erwarten. Und in Teil XV. Sowie in Teil XVI und allen weiteren Fortsetzungen.

Final Fantasy ist nunmal eine Videospiel-Serie ohne absehbares Ende! Zum Glück hat sich Square Enix damals wenigstens für die römischen Zahlen entschieden. Hätten sie nämlich das Pokémon'sche Farbsystem gewählt, hieße es wegen der stark begrenzten Farbpalette wohl bereits in einigen Jahren "Final Fantasy - die blau/weiß karierte Version"! Oder so ähnlich...


MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

Kommentare:

  1. Musste mit Tränen in den Augen nach den ersten 2 Sätzen abbrechen...

    Sorry

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  2. du willst damit sagen, noch nie einen pokemon-teil gespielt zu habe?
    wie ich schon geschrieben hab: gehört wohl zu den pflicht titeln, die man nicht mögen, aber immerhin mal angetestet haben muss!!! ^^

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