Mittwoch, 28. April 2010

Grundausbildung - Meine ersten Wochen

Es wird immer davon gesprochen, dass die "Allgemeine Grundausbildung" (AGA) bei der Bundeswehr zur besten Zeit des Lebens gehört - zumindest wird es oft im Nachhinein gesagt.
Den richtig großen Mist habe ich in meinen ersten drei AGA-Wochen zwar noch nicht machen müssen - ich erinnere mal an lange Märsche und die berüchtigten Biwaks - aber hier und da kommt man durchaus ins Fluchen! Witzig dabei, dass man währenddessen am liebsten heulend nach Hause zu Mutti laufen würde, am folgenden Wochenende aber das Vergangene bereits mit einem Lächeln und witzigen Geschichten Revue passieren lässt.

Vieles ist bislang noch nicht passiert. In meiner ersten Woche standen ärztliche Untersuchungen (4 Stunden ununterbrochen anstehen FTW!), die Einkleidung sowie die ersten Formaldienste auf dem Plan. Wurde eingangs noch davon gesprochen, dass wir am ersten Wochenende nicht nach Hause dürfen, konnten wir immerhin ab dem späten Samstagnachmittag bis Sonntagabend in den eigenen vier Wänden hausen.

Die zweite Woche war vom Zerlegen und Zusammensetzen verschiedener Waffen geprägt. Zunächst war es für mich persönlich ein noch etwas ungewohntes Gefühl. Der Umgang mit echten (aber natürlich noch ungeladenen) Pistolen, Gewehren und Maschinengewehren, die man sonst höchstens aus Filmen und Videospielen kannte, ist schon was verrücktes.
Spätestens hier hatte ich aber gelernt, dass scheinbar alle Vorgesetzten ganz große Fans von Call of Duty sind...und "CounterStrike ist nur Mist"!

In der vergangenen Arbeitswoche, in der es übrigens grundsätzlich um etwa 23.00 Uhr ins harte Bettchen geht und schon um 4.30 Uhr der Wecker klingelt, stand das Schießen im Simulator mit den bereits kennengelernten Waffen auf dem Programm. Abgesehen vom MG3 (das Monster wiegt satte 11,5 kg und ist mal gar nichts für meinen schmächtigen Körper) war das wirklich eine sehr spaßige Angelegenheit, die Lust auf das Abfeuern scharfer Munition macht!
Zudem marschierten wir zur Eingewöhnung unsere ersten fünf Kilometer, die für einen aktiven Sportler allerdings kein Problem darstellen sollten. Einige Kameraden hatten damit jedoch schon zu kämpfen: Blasen und Muskelkater blieben bei mir allerdings völlig aus!

Generell fühlte sich mein Körper in den ersten Wochen etwas unterfordert. Dies wird sich zwar ganz sicher noch ändern, aber derzeit kommt es mir so vor, als dass ich mir durch zu gutes Essen und zu wenig körperliche Anstrengung ein neues Fettpölsterchen angefuttert habe.

In der kommenden Woche geht es übrigens in ein kurzes Mini-Biwak, bei dem dann ja vielleicht das ein oder andere Gramm von der Hüfte wieder verschwindet. Ich hasse Camping!

MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

1 Kommentar:

  1. Also wenn's heute noch so ist wie damals™ zu meiner 12-monatigen Grundwehrdienstzeit, dann wird auch heute noch gelten, dass so gut wie jeder beim Bund zunimmt...

    Und wenn ich damals bei der Grundausbildung eines "fürs Leben gelernt" habe, dann ist es, geduldig zu warten. :)

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