Sonntag, 28. November 2010

Misslungen?

Wenn ich auf eine Art von Spielmechanik überhaupt nicht stehe, dann sind es unendliche Gegnerhorden, die immer genau so lange erscheinen, bis ein bestimmter Punkt im linearen Levelaufbau überschritten werden. Wer diese Meinung teilt, sollte tunlichst die Finger von Black Ops, dem neuesten Ableger der Call of Duty-Reihe, lassen, denn solche Einlagen hat das von Activision beauftragte Entwicklerteam Treyarch zu Genüge eingebaut.

Irgendwie ist es mittlerweile schon eine ganz lustige Geschichte. Jedes Jahr erscheint ein neuer Teil von Call of Duty, doch nur alle zwei Jahre wird dieses Spiel ein Hit mit traumhaften Wertungen. Der Grund ist definitiv nicht schwer zu erkennen: Infinity Ward und auch das bereits erwähnte Treyarch wechseln sich mit der Entwicklung des Titels ab. Wo sich Infinity Ward etwa für die grandiose Modern Warfare-Serie zuständig erklärt, darf sich Treyarch lediglich mit dem unliebsamen Ruhm von beispielsweise World at War und dem auch letztlich eher misslungenen Black Ops bekleckern.

Bevor ihr mich nun mit den Worten "Misslungen? Ich fand's wirklich super!" in den Kommentaren steinigt, möchte ich noch kurz erläutern. Sieht man von den unendlichen Gegnern und der etwas wirren Story mal ab, ist das Spiel nämlich gar nicht sooo schlecht. Einziges Problem ist nur, dass sich der Titel unter dem hellen Stern der grundsätzlich guten Call of Duty-Reihe versucht zu vermarkten.
Denke ich an Activision's Vorzeigeshooter, dann denke ich auch gleichzeitig an riesige Schlachten, die an epischen Schauplätzen in Ausmaßen eines Weltkrieges stattfinden. Ich will zwischen dutzenden verbündeten Soldaten kämpfen, mit denen ich zusammen die bösen Buben der gegnerischen Fraktion in die Flucht schlage. Black Ops lässt mich während der Kampagne jedoch meist nur in kleinsten Kampfverbänden zu Werke gehen.

Immerhin sind die Schauplätze oft tatsächlich episch, doch erschleicht sich Treyarch dies wiederum durch einen ganz miesen Trick: Die Story! Die Geschichte des Spieles wird durch viele kleine Erinnerungsfetzten erzählt, wodurch nicht nur Zeitsprünge von morgen auf gestern an der Tagesordnung sind, sondern auch alle möglichen Winkel des Globusses erkundet werden. Natürlich erreicht man hierdurch eine gewisse Abwechslung, doch muss ich zugeben, erst zum Ende verstanden zu haben, worum es bei dem Spiel überhaupt ging.

Mein Tipp: Spielt Call of Duty - Black Ops nicht, als wäre es ein klassisches Call of Duty, denn dann werdet ihr wie ich höchstwahrscheinlich enttäuscht.

MfG
Christoph "Yaab" Lucassen

Kommentare:

  1. Also die Einzelspieler Kampagne in Black Ops finde ich >>die beste<< in der gesamten Call of Duty Reihe.
    Modern Warfare hatte für mich ja gar keinen Zusammenhang. ^.^ Da war es anscheind egal um was es ging Hauptsache Action!

    Die unendlichen Gegner Horden (vorallem auf Schwierigkeit Veteran) nerven extremst! Abgesehn davon ist alles TOP!

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  2. "Misslungen? Ich fands wirklich super!"

    Ja, ja... ich weiss. Einer muss es ja machen! ;)

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  3. @ivo:
    ja, vielleicht ganz nett, aber eben irgendwie kein richtiges call of duty mehr!

    @joe:
    hehe, danke! ;-)

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